30. November 2017

So war unser Weinjahr 2017

Der Rebschnitt ist Anfang März beendet. Nach einem langen und eiskalten Winter bescheren uns warme Frühlingstage einen verfrühten Austrieb. Es kühlt wieder ab. Es gibt "passend" wieder ein paar Fälle von Spätfrösten, aber glücklicherweise ohne große Ertragseinbußen. Durch die Kälte verzögert sich die Blüte um knapp 2 Wochen - im Nachhinein betrachtet ist das eher positiv zu bewerten! Der Juni bietet ideale Blühbedingungen. Der große Regen bleibt seit Winter aus und die heißen Sommertage ziehen ins Land. Bis August gibt es keine nennenswerten Niederschlagsmengen. Unsere Hanglagen und Junganlagen werden bewässert. Wir sind im Kamptal zwar eine gewisse Trockenheit gewohnt, aber 2017 ist in dieser Hinsicht nervenaufreibend. Die Reben plagen sich teilweise sehr und wir setzen weinbauliche Maßnahmen gegen die große Trockenheit. Einen Großteil unserer Veltliner haben wir 2017 „Traubengeteilt“ um den Stress der Pflanze zu minimieren. Die richtige Laub- und Bodenpflege tut ihr Übriges. Mehr können wir unsere Weingärten nicht unterstützen.

Krankheitsdruck ist witterungsbedingt quasi nicht vorhanden und so kommen wir mit einem Minimum an Pflanzenschutz aus, das Ganze hat also auch seine Vorteile! Mittlerweile ist klar, dass uns eine frühe Ernte ins Haus steht. Die Vegetation kommt im Sommer ordentlich in Fahrt und holt bei Weitem alle Rückstände des Frühjahrs auf. Glücklicherweise kommt Ende August auch der lang ersehnte Regen und Natur und Winzer können etwas aufatmen.

Mit Anfang September ist der Sommer schlagartig vorbei. Die Reife ist bereits soweit fortgeschritten, dass wir am 8. mit der Lese beginnen: Muskat-Ottonel. Die Nächte sind kühl, sehr kühl! Perfekte Bedingungen für die aromatische Entwicklung der Trauben. Wir lesen Veltliner für unser Basissegment bei idealer Witterung. Die zweite Septemberhälfte ist durchwachsen und bringt einige Regentage, die unseren Rieslingen zusetzen. Wetterbedingt schwenken wir also auf die Riesling-Ernte, die Anfang Oktober bereits (fast) abgeschlossen ist.

Mit dem Oktober kommt ein goldener Herbst wie er im Buche steht. Sonnig und kühl! Die hängenden Trauben sind kerngesund. Nur noch wenige Wochen bis zum Finale. Die letzten Trauben werden sicher und in top Qualität in den Keller gebracht. Nach den Burgundersorten, nehmen wir noch einmal den Grünen Veltliner in Angriff. Auch die besten & vollreifsten Trauben vom Riesling und Weißburgunder werden separat für die "Maximum" Linie gelesen. Das wars dann aber. Die Lese ist nach gut 7 Wochen beendet! Großartiges Teamwork in Weingarten und Keller reflektieren sich in der ausgezeichneten Qualität! Jetzt haben unsere Moste alle Zeit der Welt.