06. November 2017

So war unser Weinjahr 2017

Der Rebschnitt ist Anfang März beendet. Nach einem langen und eiskalten Winter bescheren uns warme Frühlingstage einen verfrühten Austrieb. Es gibt "passend" wieder ein paar Fälle von Spätfrösten, aber glücklicherweise ohne große Ertragseinbußen. Durch die Kälte verzögert sich die Blüte um knapp 2 Wochen - im Nachhinein betrachtet ist das eher positiv zu bewerten! Der Juni bietet ideale Blühbedingungen. Der große Regen bleibt seit Winter aus und die heißen Sommertage ziehen ins Land. Bis August gibt es keine nennenswerten Niederschlagsmengen. Unsere Hanglagen und Junganlagen werden bewässert. Wir sind im Kamptal zwar eine gewisse Trockenheit gewohnt, aber 2017 ist in dieser Hinsicht nervenaufreibend. Die Reben plagen sich teilweise sehr und wir setzen weinbauliche Maßnahmen gegen die heiße Sonne und große Trockenheit. Einen Großteil unserer Veltliner haben wir 2017 „Traubengeteilt“. Die richtige Laub- und Bodenpflege tut ihr Übriges.

Krankheitsdruck ist witterungsbedingt quasi nicht vorhanden und so kommen wir mit einem Minimum an Pflanzenschutz aus, das Ganze hat also auch seine Vorteile! Mittlerweile ist klar, dass uns eine frühe Ernte ins Haus steht. Die Vegetation kommt im Sommer ordentlich in Fahrt und holt bei Weitem alle Rückstände des Frühjahrs auf. Glücklicherweise kommt Ende August auch der lang ersehnte Regen und Natur und Winzer können aufatmen.

Mit Anfang September ist der Sommer schlagartig vorbei. Die Reife ist bereits soweit fortgeschritten, dass wir am 8. mit der Lese beginnen: Muskat-Ottonel. Die Nächte sind kühl, sehr kühl! Den Winzer freuts - perfekte Bedingungen für die aromatische Entwicklung. Wir lesen Veltliner für unser Basissegment bei idealer Witterung. Die zweite Septemberhälfte ist sehr durchwachsen und bringt viel Regen, der unseren Rieslingen zusetzt. Wetterbedingt schwenken wir also auf die Riesling-Ernte, die Anfang Oktober bereits (fast) abgeschlossen ist.

Mit dem Oktober kommt ein goldener Herbst wie er im Buche steht. Sonnig und kühl! Die Trauben sind nach wie vor kerngesund. So macht die Lese Spaß! Nun ist es nicht mehr weit bis zum Finale. Alle Kraftreserven werden noch einmal gesammelt um auch die letzten Trauben sicher und in top Qualität in den Keller zu bringen. Nach den Burgundersorten, nehmen wir noch einmal den Grünen Veltliner in Angriff. Auch die besten & vollreifsten Trauben vom Riesling und Weißburgunder werden separat für die "Maximum" Linie gelesen und gepresst. Das wars dann aber. Die Lese ist nach gut 7 Wochen beendet! Großartiges Teamwork in Weingarten und Keller! Die Qualität ist ausgezeichnet! Die Gesichter strahlen! Jetzt haben die Moste alle Zeit der Welt.